Düsseldorf. 18 Stunden riefen Christen Jesus Christus an, lobten Gott und erbaten Frieden und Segen für ihre verfolgten Glaubensgeschwister. In den Morgenstunden des 23. Januars übernahmen auch neuapostolische Gemeindemitglieder eine zweistündige Gebetswache, an der rund 100 Besucher in der Maxkirche teilnahmen.
Nach einer aktuellen Pressemeldung von Open Doors, ein überkonfessionelles internationales Hilfswerk, werden aktuell mehr als 100 Millionen Christen in über 50 Ländern aufgrund ihres Glaubens verfolgt und benachteiligt. Das seit 1955 tätige Hilfswerk dokumentiert regelmäßig die weltweite Entwicklung der Christenverfolgung.
Verfolgung und Bedrängnis nehmen weltweit zu
Die Dynamik hat in den 50 untersuchten Ländern in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Ein beträchtlicher Teil der dort lebenden 625 Millionen Christen ist direkt betroffen. Die Anzahl der wegen ihres Glaubensbekenntnisses ermordeten Christen und der attackierten oder zerstörten Kirchen hat sich seit dem Vorjahr fast verdoppelt. Christen sind die weltweit größte verfolgte Religionsgemeinschaft.
Die Arbeitsgemeinschaft Christliche Kirchen (ACK) rief Christen in Düsseldorf auf, im Rahmen einer zweitägigen Gebetsnacht ein Zeichen der Gemeinschaft und ein Zeichen der Hoffnung für ihre verfolgten Glaubensschwestern und -brüder zu setzen. An der Gebetsnacht beteiligten sich neuapostolische Christen aus dem Düsseldorfer Kirchenbezirk.
Verbundenheit zeigen und Gebetskraft einsetzen
Der für den Kirchenbezirk verantwortliche Bezirksvorsteher Gerhard Dubke freute sich über die erstmalige Teilnahme seiner Kirche an einer Aktion der ACK: „Wir haben die Gelegenheit, ein Zeichen der Verbundenheit mit verfolgten Christen zu setzen und unsere Gebetskraft mit einzubringen, damit das Leid derer, die unseren Herrn und Heiland unter heiklen und teils lebensgefährlichen Bedingungen bekennen, gemildert wird“.
Nach dem ökumenischen Gottesdienst am Freitagabend schlossen sich durch die Nacht hindurch jeweils zweistündige Gebetswachen an, die von den verschiedenen Mitgliedskirchen der ACK verantwortet wurden. Die Gebetswache der Neuapostolischen Kirche Düsseldorf in der Zeit von 6 bis 8 Uhr morgens war gegliedert in vier Gebetszyklen. Unter den 100 Besuchern in der Maxkirche waren auch viele Kirchenmitglieder aus den zwölf Gemeinden des Kirchenbezirkes.
Trotz Verfolgung weiter an Jesus Christus glauben
Nach einer Begrüßung durch den Bezirksältesten Gerhard Dubke und einem Auftaktgebet folgten im ersten Gebetszyklus ein Gemeindegesang, ein Vortrag mit Gebetsanliegen, Fürbitten, ein Chorgesang und eine Lesung. Zudem gab es in dem Gebetszyklus genügend Raum zum stillen Gebet. Diese inhaltliche Struktur wurde auch in den folgenden drei Andachten wiederholt. Der letzte Gebetszyklus endete mit dem Vater Unser, einigen Schlussworten und dem Aaronitischen Segen.
In den Vorträgen zum Gebetsanliegen lasen Gemeindemitglieder Schicksale einzelner Christen vor. So wie das von Amir aus dem Iran, der das „kalte Metall einer Pistole im Nacken“ spürte, als die iranische Behörde ihn zwang, das islamische Glaubensbekenntnis aufzusagen. Oder von einem Bezirksleiter aus Vietnam, der aufgrund seiner Tätigkeit in der Neuapostolischen Kirche zu einer vierjährigen Internierung in einem Umerziehungslager verurteilt wurde. Die Einzelschicksale zeigten den Besuchern der Gebetsnacht eindringlich, was es bedeutet, unter Verfolgung und Bedrängnis zu leiden und trotz alledem an Jesus Christus weiter zu glauben.
Die Gebetswachen der Mitgliedskirchen der ACK endeten am Samstag um 14 Uhr mit einer Schlussveranstaltung im Antoniussaal des Maxhauses. Ein Fachmann von Open Doors und persönlich Betroffene berichteten von ihrer Verfolgung als Christen in ihren Heimatländern.
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