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Abschied von RommerskirchenDonnerstag, 12.02.2009
Rommerskirchen. Zum letzten Mal trafen sich die Gemeindemitglieder in ihrer Kirche an der Mittelstr. 27, Ecke Kastanienallee. Nach genau 25 Jahren fand der letzte Gottesdienst am 8. Februar 2009 statt. Bischof Rainer Storck schaffte in seiner Predigt den Spagat zwischen Gemeindejubiläum und Abschied nehmen.
Der Bischof diente mit dem Bibelwort aus Römer 15,5 -7: „Der Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, dass ihr einträchtig gesinnt seid untereinander, Christus Jesus gemäß, damit ihr einmütig mit einem Mund Gott lobt, den Vater unseres Herrn Jesus Christus. Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“
„Nichts war umsonst“
Zu Beginn des Gottesdienstes ging der Bischof auf den „Spagat“ zwischen dem 25-jährigen Gemeindejubiläum einerseits und der Schließung der Gemeinde andererseits ein. „Nichts war umsonst. Auch wenn sich die Türen der Gemeinde heute schließen, können wir nicht absehen, welche Auswirkungen das segensreiche Wirken der Gemeinde auch in der Zukunft noch haben wird“, sagte der Bischof und wandte sich mit einem besonderen Bibelwort an die Gemeindemitglieder, die künftig die Gottesdienste in den Nachbargemeinden Grevenbroich, Dormagen, Neuss und Pulheim besuchen und am dortigen Gemeindeleben teilnehmen werden. „Wendet euch zu mir, so werdet ihr selig werden“ (Jesaja 45,22). Dazu ergänzte der Seelsorger: „Wir wollen Gott nicht nur als den allmächtigen Schöpfer aller Dinge erkennen, sondern auch gewiss sein, dass er sich jedem Individuum in seiner Liebe zuwendet. Dieses Wort soll alle in die neuen Gemeinden begleiten und als Trost dienen.“
25-jährige Chronik der Gemeinde
Im zweiten Teil des Gottesdienstes ging Bischof Storck auf die Gemeindechronik ein. Fast auf den Tag genau blickt die Kirchengemeinde auf eine 25-jährige Geschichte zurück. Die Anfänge der Neuapostolischen Kirche in Rommerskirchen gehen auf das Jahr 1984 zurück. Acht Jahre versammelten sich die Gläubigen in einem angemieteten Raum der Gillbachschule, bevor die Mitglieder 1992 die durch Apostel Friedrich Wömpner geweihte Kirche beziehen konnten. Bis Februar 2000 leitete Priester i.R. Egon Herholz die Gemeinde als Vorsteher. „Er hat sich mit seiner Frau und seiner Familie in den Jahren der Gründung als Mann der ersten Stunde besonders für die Gemeinde eingesetzt“, so der Bischof. In den folgenden Jahren wurde die Gemeinde durch Evangelist Hans-Jörg Dux und Priester Heinz Winkler geleitet. Zuletzt stand Bezirksevangelist Dirk Müller der Gemeinde als kommissarischer Leiter vor. Seit der Einweihung durch Apostel Wömpner fanden in dem Neubau, neben den Gottesdiensten mittwochs und sonntags, regelmäßig Chorproben des Gemeindechores sowie regionale und überregionale Kinder-, Jugend- und Seniorentreffen statt. Gleich elf Mal organisierten Gemeindemitglieder am Ostermontag in der Alten Schule in Butzheim den traditionellen Osterbrunch. Mit Tagen der offenen Tür und Konzerten des auf beachtlichem Niveau musizierenden Gemeindechores bereicherte die kleine Gemeinde das kulturelle Leben in Rommerskirchen.
Bürgermeister Glöckner mit Grußwort an die Gemeinde
Neben den Mitgliedern der Gemeinde sowie einigen geladenen Gästen nahm auch Bürgermeister Albert Glöckner am letzten Gottesdienst teil. Nach dem Gottesdienst wandte sich der Bürgermeister mit einem Grußwort an die Gemeinde. Er führte aus, dass neben der Neuapostolischen Kirche auch andere ortsansässige Gemeinden mit dem Fortbestand kämpfen. „Die Schließung einer so wertvollen Einrichtung wie einer Kirche ist besonders zu bedauern und stimmt nachdenklich“, sagte der Bürgermeister und zitierte zum Thema Nächstenliebe Martin Luther King: „Die Menschen haben gelernt, wie Vögel zu fliegen und wie Fische zu schwimmen, aber sie haben nie die einfache Kunst der Brüderlichkeit gelernt.“ Bürgermeister Glöckner unterstrich die wichtige Aufgabe der Kirche in unserer Zeit. Mit dem Gedanken, die Hoffnung über die Furcht zu stellen, wünschte er der Kirchengemeinde auch in ihren neuen Gemeinden für die Zukunft alles Gute.
Im Anschluss an den Gottesdienst nutzen die Teilnehmer das Angebot zu Gesprächen.
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M.W./J.R. Bilder E.T.
