Düsseldorf. Eine Gesprächsrunde mit dem Leiter der evangelischen Kirche im Rheinland, Präses Manfred Rekowski, fand am 18. Juni 2016 in der evangelischen Neanderkirche statt. Anlass war die Zertifikatsübergabe an 24 Absolventen der „Laienuni Theologie“. Der Präses überreichte erstmals zwei neuapostolischen Christen ein Abschlusszertifikat.
Unter dem Motto "Ihr sollt ein Segen sein" gestalteten Absolventen des sechsten Durchgangs der sogenannten „Laienuni Theologie“, einem dreijährigen Studiengang des Evangelischen Erwachsenenbildungswerks Nordrhein, eine festliche Abschlussveranstaltung. Ihrer Einladung zum Gottesdienst mit anschließender Zertifikatsfeier in der evangelischen Neanderkirche folgten zahlreiche Familienangehörige und Freunde.
Gesprächsrunde mit Präses Manfred Rekowski
Zu den Absolventen des sechsten Durchgangs zählten erstmals zwei neuapostolische Christen. Harald Schmidt, Diakon in der Gemeinde Derendorf, und Jörg Rüssing, Öffentlichkeitsbeauftragte der Neuapostolischen Kirche Düsseldorf, hatten gemeinsam im Wintersemester 2013 das sechssemestrige Studium begonnen. In 40 Studientagen, die während der Semester alle 14 Tage samstags stattfanden, erhielten sie von Universitätsprofessoren einen tiefen Einblick über Bibelwissenschaften, Altes und Neues Testament, Kirchengeschichte, Systematische Theologie, Ethik und Ökumene.
Präses Manfred Rekowski hatte an dem Gottesdienst teilgenommen und damit ein deutliches Zeichen seiner Unterstützung für die Laienuni Theologie gesetzt. Das seit 1993 gegründete Studienformat ist hinsichtlich Inhalten, Auswahl der Referenten und Organisation einzigartig im deutschsprachigen Raum. In einer 30-minütigen moderierten Diskussionsrunde nach dem Gottesdienst wollte der Präses die Teilnehmer des Studiengangs besser kennenlernen. Sechs Absolventen stellten sich den Fragen des Präses. Diakon Harald Schmidt wurde eingeladen, um das ökumenische Profil des Studiengangs zum Ausdruck zu bringen.
Präses: Mehr mit dem Glauben beschäftigen
Gefragt nach den Motiven, sich drei Jahre lang der Zusatzbelastung von 40 Studientagen und Hausaufgaben zu stellen, gab Harald Schmidt an, von einem immensen Wissensdurst erfüllt zu sein. Neben dieser ganz persönlichen Freude an theologischen Themen, welche alle Teilnehmer des Studiengangs miteinander teilen, ging der Diakon auch auf sein Engagement in der Neuapostolischen Kirche ein: „Meine Kirche ist bestrebt, ökumenisch anzudocken. Und Andocken erfolgt in erster Linie über Sprachfähigkeit. In meinen Begegnungen innerhalb der ACK und mit Geistlichen habe ich erfahren, wie sehr ich in dieser Hinsicht von den letzten drei Jahren profitiert habe.“
Manfred Rekowski, der die ökumenische Entwicklung in der Neuapostolischen Kirche und das Vorankommen in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) ausdrücklich würdigte, zeigte sich beeindruckt von dem Engagement der Teilnehmer. Aus seiner Sicht sei es wichtig, dass Gläubige sich wieder mehr mit den Inhalten ihres Glaubens beschäftigen. Die wesentlichen Resultate einer solchen intensiven Auseinandersetzung seien eine religiöse Sprachfähigkeit und Verbundenheit zur Kirche und Gemeinde. „Die Kirche benötigt kompetente Menschen, um den interreligiösen Dialog führen zu können“, betonte der Präses. Dabei sei „die Bibel das beste Fundament gegen Fundamentalismus“.
Laien-Uni erweitert Horizont und stärkt den Glauben
Einhelliger Tenor der Diskussion war, dass das Beschäftigen mit theologischen Inhalten nicht nur Antworten gibt, sondern häufig neue Fragen aufwirft. Die Gesprächsteilnehmer berichteten von ihrer Erfahrung, dass die Auseinandersetzung mit diesen Fragen dem Einzelnen neue Horizonte öffnet sowie das persönliche Glaubensfundament stärkt und verbreitert. Aber es lehrt besonders eins: Respekt vor anderen Sichtweisen zu haben und sie als Bereicherung zu verstehen.
Vor diesem Hintergrund bedankte sich Harald Schmidt explizit dafür, dass die Landeskirche es ihm und Jörg Rüssing ermöglicht hat, das Studium als „Externe“ zu absolvieren. In den drei Jahren haben sie viel Input und zahlreiche wertvolle Kontakte erhalten, die sie in ihren Tätigkeiten innerhalb der Neuapostolischen Kirche einbringen können.
Ein weiterer Beitrag zum Abschluss des sechsten Durchgangs zur Laienuni Theologie findet sich auf der Webpräsenz der evangelischen Kirche im Rheinland.
Informationen über das Studium an der Laienuni Theologie sind auf den Webseiten des Evangelische Erwachsenenbildungswerks Nordrhein veröffentlicht.
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