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Drei Jahre Ökumenisches Friedensgebet in der Alten Kirche Krefeld

 

Seit Beginn des Krieges, den Russland gegen die Ukraine führt, finden in der Alten Kirche in Krefeld an fast jedem Samstag, immer um 12:00 Uhr, ökumenische Andachten statt. Mitglieder aus den Krefelder neuapostolischen Gemeinden nehmen daran teil, wenn Geistliche unserer Kirche eine solches „Friedensgebet“ leiten. Das sind Hirte Michael Eickmann, Vorsteher der Gemeinde Krefeld-Uerdingen, und Bezirksevangelist i.R. Wolfgang Wegener. Beide kommen im Wechsel der Geistlichen aus Krefelder Kirchengemeinden etwa 3-4mal im Jahr zum Einsatz.

Die Andachten dauern etwa 30 bis 35 Minuten. Die Liturgie ist ökumenisch geprägt. Die Teilnehmenden erhalten oft ein Hinweisblatt, das den Ablauf der Feier erklärt. Das erleichtert es den neuapostolischen Gästen, sich als Teil der Gemeinde in die Andacht einzubringen, so, wie das in der evangelischen oder katholischen Kirche üblich ist. Gemeinsam wird ein Psalm gelesen, im Vortrag wechselnd zwischen der Gemeinde und dem Prädikanten (Leiter der Andacht). Fürbitten tragen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einem Wechselgebet vor, auf das die Gemeinde jeweils mit einem „Erhöre uns Gott!“ antwortet. Die Gebete werden nach einem Entwurf des für die Liturgie Verantwortlichen vorgelesen.

Die Geistlichen bereiten außer den Fürbitten eine Predigt und einen „Rückblick“ vor. Das ist eine Erinnerung an die aktuellen Geschehnisse und Grausamkeiten in aller Welt, seien es kriegerische Auseinandersetzungen, Vertreibung und Flucht, Gewalt und Unterdrückung. Alles das oft verbunden mit Hungersnöten, medizinischer Unterversorgung, Einkommenslosigkeit, Einschränkung in der Ausbildung der Kinder und Jugendlichen.

In den Andachten hat die Musik als Ausdruck der Anbetung, des Lobes und Flehens zu Gott einen besonderen Stellenwert. Dazu gehören Orgelspiel und gemeinsam gesungene Lieder aus dem evangelischen Gesangbuch, die bei Mitwirkung neuapostolischer Christen jedoch so gewählt werden, dass sie aus dem Liedgut der Neuapostolischen Kirche bekannt sind.

Den Abschluss bilden das gemeinsam gesprochene Vater-unser und der Segen zum Ausgang, der jedoch nach den Vorgaben unserer Kirche in einem anderen Wortlaut als dort üblich.

Die Besucher der „Friedensgebete“ kommen zumeist aus einem festen Teilnehmerkreis. Man kennt sich also. Die Alte Kirche, die – wie es der Name schon vermuten lässt – älteste und im Stadtzentrum gelegene evangelische Kirche Krefelds, wird Samstagmittags auch immer wieder von Menschen betreten, die eine meditative Unterbrechung ihrer Einkaufstätigkeiten suchen. Auf diese Weise wird die Neuapostolische Kirche als Mitwirkende in der Ökumene immer bekannter.

Das „Friedensgebet“ am 22.02.2025, zwei Tage vor dem Erinnerungstag an den Beginn des Krieges in der Ukraine, leitet Bez.Ev. i.R. Wolfgang Wegener. Das Foto zeigt den beeindruckenden „neuen“ Orgel-Prospekt der Kirche. Das alte Orgelensemble steht auf der Empore. In der Mitte der Altartisch. Um ihn versammeln sich die Gottesdienstbesucher seit einigen Jahren. Dazu hat sich die evangelische Gemeinde entschieden, weil sich die Zahl der Gottesdienstteilnehmenden im Laufe der Zeit in der ansonsten sehr großen Halle zu „verlieren“ drohten. Seitdem rücken die Gläubigen enger zusammen, was für das Gemeinschaftserleben durchaus vorteilhaft ist. Der Gemeindepfarrer Falk Schöller nimmt regelmäßig an den Friedensgebeten teil und bringt sich dann auch bei den Fürbitten ein. Wolfgang Wegener: „Wir, die neuapostolischen Teilnehmenden, fühlen uns als Gäste immer herzlich willkommen und erleben eine große Wertschätzung für unsere eigene Kirche. Die Mitwirkung im Projekt „Friedensgebet“ ist uns in unseren sehr bewegten Zeiten ein besonderes Anliegen.“

25. Februar 2025
Text: Wolfgang Wegener

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