Am 19. Juli 2026 hielt Apostel Franz-Wilhelm Otten den Gottesdienst in der Gemeinde Krefeld-West. Zu diesem Gottesdienst mit mehreren Handlungen waren auch die Gläubigen aus dem Gemeinden Krefeld-Fischeln und Willich eingeladen.
Zu Beginn des Gottesdienstes nahm der Apostel Bezug auf die besondere Bedeutung des Sonntags als Gelegenheit, die Beziehung zu Gott zu stärken, sein Wirken zu erleben und die persönlichen Prioritäten wieder ins richtige Verhältnis zu bringen. Die Predigt des Gottesdienstes stellte der Apostel unter das Bibelwort aus Römer 8,15: „Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen Geist der Kindschaft empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater!“
Knecht oder Kind? – ein großer Unterschied
Das Bibelwort beschreibe die Beziehung zu Gott aus zwei sehr unterschiedlichen Perspektiven. Apostel Paulus habe ein, zu seiner Zeit, bekanntes Bild gewählt, so Apostel Otten zu Beginn seiner Predigt. Es sei damals verbreitet gewesen, einen Sklaven oder Knecht zu haben. Dieser habe der Familie gedient, eventuell auch in dem Haus der Familie gelebt. Er habe aber keine Rechte gehabt. Er habe bei seinem Dienst, aus Furcht vor Konsequenzen, sehr genau darauf geachtet, keine Fehler zu machen. Eine Beziehung von Angst geprägt. Demgegenüber stellte der Apostel die Beziehung eines Kindes zu den Eltern. Ein Kind lebe bei seinen Eltern, es fühle sich geliebt und geborgen und könne frei seinen Willen sagen und müsse sich nicht vor Konsequenzen fürchten. Zudem sei das Kind Erbe seiner Eltern. Eine völlig andere Art der Beziehung.
Der Apostel führte weiter aus, dass der Mensch durch die Taufe mit Wasser und Geist die Möglichkeit habe, in eine besondere Art der Gotteskindschaft hineinzukommen. Jesus Christus habe durch seinen Tod am Kreuz den Menschen aus der Knechtschaft der Sünde herausgelöst und befreit. Der Mensch könne nun in die Gemeinschaft zu Gott kommen.
Du bist Kind! – das hat Auswirkungen
Gottes Kind zu sein, habe Auswirkungen auf unterschiedlichen Ebenen. Bezugnehmend auf den Sündenfall des Menschen und dessen Reaktion des Versteckens aus Angst sowie das Gleichnis des Verlorenen Sohns, der trotz eines Fehlers zum Vater zurückkehrte, machte der Apostel deutlich, dass man als Kind Gottes keine Angst haben müsse, wenn mal ein Fehler passiere. Gott liebe seine Kinder bedingungslos und schenke immer wieder Vergebung. Eine weitere Auswirkung der Kindschaft sei, dass man eine Zukunft habe. Kinder seien Erben ihrer Eltern, sie erhalten etwas für ihre Zukunft. Erbe Christi zu sein bedeute, Anteil an seinem Reich zu haben und in die ewige Gemeinschaft mit ihm zu kommen. Auch das sei eine großartige Zukunft.
Ein Predigtbeitrag erfolgte durch Priester Herbert Posdziech, der in diesem Gottesdienst in den Ruhestand versetzt wurde. In seinem letzten Predigtbeitrag als aktiver Geistlicher vertiefte er den Gedanken der bedingungslosen Liebe Gottes zu den Menschen, die der Mensch mit seiner Dankbarkeit erwidern könne. So habe er seinen Dienst als Seelsorger versehen dürfen. Er warb dafür, den Gottesdienst als Möglichkeit zu sehen, die Liebe Gottes zu spüren und die Beziehung zu intensivieren, insbesondere in der Feier des Sakraments des Heiligen Abendmahls.
Heilige Versiegelung, Ruhestzung und Silberhochzeit
Bevor die Gemeinde das Sakrament des Heiligen Abendmahls feierte, empfing eine Schwester aus der Gemeinde Krefeld-Fischeln das Sakrament der Heiligen Versiegelung, durch das ihr die Gabe des Heiligen Geistes gespendet wurde.
Im Anschluss an die Feier des Heiligen Abendmahls versetzte der Apostel Priester Herbert Posdziech und Christoph Becker (beide Gemeinde Krefeld-West) nach 39 bzw. 22 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit als Geistliche der Neuapostolischen Kirche in den Ruhestand. Er dankte den beiden Amtsträgern für ihr vielfältiges Engagement sowie die liebevolle Arbeit als Seelsorger in der Gemeinde und wünschte beiden einen gesegneten Ruhestand.
Nach der Ruhesetzung spendete Apostel Otten dem Silberhochzeitspaar Nadine und Martin Wohlgemuth den Segen zu ihrem Ehejubiläum. In seiner Ansprache verwies der Apostel darauf, dass Gott treu ist und diese Treue nicht nur in der Vergangenheit erlebbar gewesen sei, sondern auch in der Zukunft spürbar sein werde.
Die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes erfolgte durch einen gemischten Chor, der von den Gemeinden Krefeld-West, Krefeld-Fischeln und Willich gebildet wurde. Nach dem Gottesdienst luden das Silberhochzeitspaar und die frischgebackenen Ruheständler zu einem gemütlichen Beisammensein bei Essen, Getränken und guten Gesprächen ein.
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