Urdenbach. Die Einwohner des Stadtteils Urdenbach in Düsseldorf feierten in diesem Jahr zum 86. Mal das traditionelle Erntedankfest mit einem Umzug. Bereits zum zehnten Mal nahm eine Gruppe von jungen neuapostolischen Christen daran teil.
Im Sommer diesen Jahres trafen sich neuapostolische Jugendliche zu einem finalen Planungstreffen im Düsseldorfer Süden. Seit zehn Jahren steht die Teilnahme am Erntedankumzug in Urdenbach mit geschmücktem Trecker, Erntewagen und Fußgruppe unter dem Leitgedanken „Gott sei Dank“, der jedes Jahr mit einer besonderen Botschaft ergänzt wird. In diesem Jahr wählte die Planungsgruppe das Motto „Gott sei Dank für Vielfalt“. Die thematische Gestaltung des Erntedankwagens stand unter dem besonderen Eindruck, dass 2019 der Internationale Jugendtag der Neuapostolischen Kirche auf dem Düsseldorfer Messegelände und in der Arena stattfindet.
Erntedankwagen weckt Aufmerksamkeit
Für die jungen Planer war die Visualisierung schnell klar: Ein Globus sollte auf dem Erntewagen positioniert und die Vielfalt durch farbige Markierungen dargestellt werden. Die Umsetzung geschah einige Wochen später mit viel Engagement und Liebe zum Detail. Junge Christen aus dem Kirchenbezirk gestalteten eine Erdkugel aus Pappmaschee mit einem Durchmesser von gut anderthalb Metern und bemalten diesen detailgetreu mit Ozeanen und Kontinenten. Die verschiedenen Kontinente setzten sich aus vielen bunten Farbtupfern zusammen. Dieser Globus stand nicht nur im Mittelpunkt des diesjährigen Erntedankwagens. Er war während des Erntedankumzugs ein „echter Hingucker“ und beliebtes Fotomotiv für die vielen Besucher am Straßenrand.
Der Erntewagen mit dem bunt bemalten Globus fiel auch Andre Zalbertus auf, der mit seinem eigenen TV-Sender „Zalbertus TV“ live auf Facebook und über Lautsprecher direkt vor Ort am Straßenrand den Erntedankumzug für die Besucher kommentierte. Der Fernsehjournalist war jahrelang Auslandskorrespondent und sendet seit Anfang 2018 mit Fokus auf soziale Medien und Smartphones live aus aller Welt, aber mit Vorliebe aus Düsseldorf. Mit Blick auf den Erntewagen der neuapostolischen Jugendlichen erwähnte er, wie abhängig die Menschen von den weltweiten Äckern seien und riet, sehr schonend mit dem Planeten Erde umzugehen. Er sagte wörtlich in seiner Live-Reportage: „Hier schön dargestellt, unsere Erde. Die Mutter Erde, mit der sollten wir besser umgehen. Die Welt ein wenig besser hinterlassen, als wir Sie vorgefunden haben.“
Kirchengemeinde öffnet ihre Türen
Zum Erntedankfest platzt der sonst so beschauliche Düsseldorfer Stadtteil Urdenbach aus allen Nähten. Der traditionelle Festzug am Sonntag zieht viele tausende Besucher in den südlichsten Stadtteil der Landeshauptstadt. Wie die Jugendlichen beteiligte sich auch die in Urdenbach liegende Gemeinde Düsseldorf-Benrath am Erntedankfest im „Dorf mit Herz“ und lud zu einem Tag der offenen Tür ein. Nach dem Gottesdienst lockte der Duft von frischen Rievkoche und Körbeszüppke (Düsseldorfer Mundart für Reibekuchen und Kürbissuppe) zahlreiche Besucher und Nachbarn an. Bei sonnigem Wetter und guter Atmosphäre entwickelten sich viele Gespräche. Besonders gern erinnert man sich an den Kommentar eines Besuchers: „Ihr müsst euch nicht verstecken; ihr habt viel zu bieten.“
Nicht viel Zeit zum Essen hatten dagegen die Jugendlichen aus dem Düsseldorfer Kirchenbezirk. Um 13 Uhr startete bereits der Festzug. Vorher mussten noch die letzten Sonnenblumen am Erntewagen angebracht und der Traktor geschmückt werden. Äpfel und Möhren, Kartoffeln und Lauch zierten den Wagen. Der Globus thronte zwischen vielfältigen Erntegaben.
Ein Dorf feiert mit seinen Gästen
Der Festzug ist einer der Höhepunkte des Urdenbacher Erntedankfestes. Mehr als 40 Gruppen mit über 1.500 aktiven Teilnehmern bilden den Festzug. Trachten- und Schützenvereine, Schulen und Kindergärten, Kapellen und Kirchengemeinden ziehen wahlweise mit Erntewagen und alten Traktoren oder als Fußgruppen mit Holzschubkarren durch den Ortsteil. Am Straßenrand feiern tausende Besucher mit.
17. Oktober 2018
Text:
Marcel Korstian, Uwe v. Oppenkowski, Jörg Rüssing
Fotos:
Konstantin Hepp, Uwe von Oppenkowski, Marcel Korstian
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