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Rheinische Post: Über Schöpfung und Erschöpfung

 

In der Artikelreihe "Zum Tage" in der Rheinischen Post Krefeld schreiben regelmäßig Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) einen geistlichen Impuls. Am 8. Mai 2025 erschien dort ein Beitrag eines Vertreters der Neuapostolischen Kirche.

Die Kerngedanken von Wolfgang Wegener waren das Bewusstsein über die Wunder der Schöpfung und der Hinweis auf die Gefahr der Erschöpfung der Natur. Der Verfasser nahm Bezug auf den vor Kurzem erreichten Stichtag, an dem Deutschland rechnerisch die zur Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen des Jahres aufgebraucht hätte. Sein Artikel war verbunden mit einem Appell an die Leser, diesen Zustand persönlich zu ändern.

Nachfolgend wird der Originaltext der Kolumne veröffentlicht, wie dieser vom Autor an die Rheinische Post übermittelt worden ist.

 

Erschöpft!?

Deine Kräfte reichen nicht mehr? Du kannst es nicht mehr ertragen? Deine Potentiale sind verbraucht? Fragen an die „Ärmste aller Armen“, so Papst Franziskus, die „Schwester Mutter Erde“ – Schöpfung Gottes nach dem Verständnis aller Gottgläubigen. Oder einfach Evolution nach Darwin? Egal. Bleiben wir mal bei Gottes „Schöpfung“ = erschaffen aus dem Nichts. Und doch so unfassbar reichhaltig und vielseitig. Nicht nur die Basis-Lebensbedingungen sondern auch das, was Menschen erdacht, erfunden haben. Selbst das entwickelt sich doch immer nur aus dem, was der Schöpfer in seinem Werk angelegt hat. Welch ein Schatz!

Diesen Schatz hat Gott uns anvertraut. In der Genesis lesen wir: „… und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen.“ Das ist uns erlaubt, also tun wir das.

Leider zeigen sich inzwischen Grenzen – weniger für uns in Europa als vielmehr für Menschen in weniger begünstigten Ländern.
Vor einer Woche war zu lesen: „Deutschland hat rein rechnerisch bereits mit diesem Samstag die natürlichen Ressourcen aufgebraucht, die ­für das ganze Jahr reichen müssten.“
Täten das Alle auf Erden, wäre die jährliche Biokapazität der Erde bereits Ende März aufgebraucht gewesen.

Hat Gott das gemeint mit seinem Herrschaftsauftrag? Sicher nicht.
Wir sind es, die mit unserem hohen Anspruch (oder gar Ego?) die „Mutter Erde“ er-schöpfen, das heißt: „auslaugen, verbrauchen, auspowern“.

Höchste Zeit das zu ändern, nicht nur für uns und unsere Kinder – auch für die Menschen in armen Ländern. Fangen wir bei uns an!


Wolfgang Wegener, Vertreter der Neuapostolischen Kirche in der ACK Krefeld und Meerbusch

17. Mai 2025
Text: Wolfgang Wegener
Fotos: Louis-René Pieper

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