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Besichtigung der jüdischen Synagoge in Düsseldorf

 

30 Kirchenmitglieder des Bezirks Düsseldorf besuchten am 14. Februar 2024 die Jüdische Gemeinde in Düsseldorf. In der großen Synagoge auf dem Paul-Spiegel-Platz erlebten die Teilnehmer eine kurzweilige Informationsveranstaltung.

Beim Planungsgespräch für die Seniorenarbeit im Jahr 2024 entstand bei den Seniorenbegleitern der Gemeinden die Idee, die Synagoge in Düsseldorf zu besichtigen. Wolfram Feld aus der Gemeinde Ratingen führte erste Gespräche mit dem Rabbinat der Jüdischen Gemeinde und organisierte für interessierte Mitglieder aus dem Seniorenkreis einen Besichtigungstermin.

Rabbiner führt durch die Synagoge

Begrüßt wurden die Teilnehmenden vom Rabbiner Benzion Dov Kaplan (46) im Innenraum der Synagoge mit dem hebräischen Gruß „Schalom“. Er erläuterte, dass dies nicht nur „Frieden“ bedeutet, wie landläufig angenommen, sondern dass die Grußformel Wohlergehen, Heil, Gesundheit und Glück in der Ganzheit wünscht.

Die Besuchergruppe versammelte sich im Innenraum der Synagoge, die durch die großen bunten Glasfenster in ein stimmungsvolles und warmes Licht getaucht war. Der helle Rundbau aus dem Jahr 1958 bietet im großen Versammlungsraum 250 Sitzplätze für Männer und auf der Empore weitere 150 Plätze für Frauen. Die Gemeinde betreibt neben einer Kindertagesstätte auch eine Schule, ein Gymnasium sowie ein Seniorenzentrum. Düsseldorf ist mit über 7.000 Mitgliedern die drittgrößte Gemeinde in Deutschland.

Teilnehmer stellen zahlreiche Fragen

Rabbiner Kaplan führte in die Besonderheiten der hebräischen Sprache und des jüdischen Glaubens- und Alltagslebens mit humorvollen Beispielen und Geschichten ein. Sehr schnell motivierte er die Besuchergruppe dazu, Fragen zu stellen: Warum sitzen die Frauen auf der Empore? Woher stammen die 613 Gebote und Verbote der Tora? Wieso haben Sie nicht nur Zehn Gebote? Wie finanziert sich die Jüdische Gemeinde? Welche Bedeutung hat der Talmud? Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod? Welche Bedeutung hat das Opfer Jesu? Erfolgt eine Sündenvergebung? Zwischendurch betonte der Geistliche schmunzelnd, dass es schwierige Fragen seien, die aus den Reihen der neuapostolischen Christen gestellt wurden.

Nach 90 Minuten öffnete der Rabbiner für die Besucher im Synagogenraum den Toraschrank. Wie früher im Tempel wird dieser Schrank mit einem Vorhang zum Raum abgetrennt und nur für besondere Momente geöffnet. Dieser Vorhang aus Stoff trägt bis heute immer noch seinen biblischen Namen Parochet. Die Tora ist eine handgeschriebene Rolle aus Pergament mit dem hebräischen Text der fünf Bücher Mose, was sie besonders wertvoll für die jeweilige Gemeinde macht.

Die neuen Eindrücke aus dem intensiven Erleben in der Synagoge beschäftigten die Teilnehmenden noch auf dem Heimweg. Abschließendes Zitat eines Besuchers: „Ich bin wieder neu sehr dankbar geworden, dass ich durch den Besuch in der Jüdischen Gemeinde Impulse für meinen christlichen Glauben erhalten habe. In diesem Sinne „Schalom“.

21. Februar 2024
Text: Uwe v. Oppenkowski
Fotos: Wolfram Feld, Uwe von Oppenkowski

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