Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) tragen in der Artikelreihe "Zum Tage" in der Rheinischen Post Krefeld regelmäßig geistliche Impulse bei. Anfang Juli erschien in dieser Reihe ein Beitrag eines Diakons der Gemeinde Krefeld-Uerdingen.
Schwerpunkt des Artikels von Nils Eickmann war der menschliche Hang zum Einteilen von Menschen in Gruppen mit den dazugehörigen Spaltungen. Dem entgegen steht die befreiende Wahrheit des Evangeliums: Die Menschen bedürfen alle der Gnade und sollen sich mit Barmherzigkeit begegnen.
Nachfolgend wird der Originaltext der Kolumne veröffentlicht, wie dieser vom Autor an die Rheinische Post übermittelt worden ist:
In unserer Zeit kreisen viele Debatten um Schuldfragen. Schnell teilen wir die Welt in Gut und Böse, in Menschen, die dazugehören, und solche, die ausgeschlossen werden sollten. So versuchen wir, komplexe Konflikte einfacher einzuordnen.
Schon früh lernen wir, zwischen richtig und falsch zu unterscheiden. Das ist wichtig, denn so wächst unser moralischer Kompass für das eigene Handeln. Problematisch wird es, wenn aus diesem Kompass ein Maßstab wird, mit dem wir andere Menschen beurteilen.
Jesus warnt davor: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet“ (Matthäus 7,1). Diese Worte nehmen uns nicht die Verantwortung, Gutes vom Bösen zu trennen. Sie erinnern uns vielmehr daran, dass das Urteil über den Menschen nicht uns zusteht. Wir sehen Taten, Gott sieht das Herz.
Paulus verdeutlicht, dass niemand durch gute Werke allein vor Gott gerecht wird. Jeder Mensch bleibt auf Gottes Gnade angewiesen. Nicht unsere Leistungen machen uns gerecht, sondern die Erlösung durch Jesus Christus.
Wer das erkennt, wird vorsichtiger im Urteil über andere und ehrlicher im Blick auf sich selbst. Dann fragen wir nicht mehr zuerst: „Ist dieser Mensch gut oder böse?“, sondern: „Welche Hilfe braucht dieser Mensch – und welche brauche ich selbst?“
Vielleicht ist das die befreiende Wahrheit des Evangeliums: Es gibt keine guten und bösen Menschen. Es gibt nur Menschen, die Gottes Gnade brauchen – und einander deshalb mit Barmherzigkeit begegnen sollten.
8. Juli 2026
Text:
Erik Winzen
Fotos:
Archiv der NAK Düsseldorf
Datenschutzeinstellungen
Mit Hilfe einiger zusätzlicher Dienste können wir mehr Funktionen (z.B. YouTube-Video-Vorschau) anbieten. Sie können Ihre Zustimmung später jederzeit ändern oder zurückziehen.
Datenschutzeinstellungen
Diese Internetseite verwendet notwendige Cookies, um die ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Jeder Nutzer entscheidet selbst, welche zusätzlichen Dienste genutzt werden sollen. Die Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.
Einstellungen
Nachfolgend lassen sich Dienste anpassen, die auf dieser Website angeboten werden. Jeder Dienst kann nach eigenem Ermessen aktiviert oder deaktiviert werden. Mehr Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung.
