Apostel Franz-Wilhelm Otten besuchte am 12. Januar 2025 die Kirchengemeinde Düsseldorf. Er spendete zwei Kleinkindern das Sakrament der Heiligen Versiegelung und ordinierte erstmals eine Priesterin für den Düsseldorfer Kirchenbezirk.
Die Kirchengemeinde Düsseldorf war an diesem Sonntagmorgen Gastgeber eines Gottesdienstes, der für die Gottesdiensteilnehmer von verschiedenen bedeutenden Ereignissen geprägt war. Eingeladen waren auch die Gläubigen der Gemeinden Benrath und Ratingen. Die Predigt von Apostel Otten lag das Bibelwort aus Johannes 1,18 zugrunde: „Niemand hat Gott je gesehen; der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ist, der hat ihn uns erklärt.“
Der Johannesprolog
Der Apostel erläuterte, dass sich der Johannesprolog (Johannes 1,1-18) von den synoptischen Evangelien dadurch unterscheide, dass Johannes nicht mit der Geburt Jesu beginne. Johannes leite vielmehr eine Reflexion über das „Wort“ ein, das bei Gott war und selbst Gott ist. Dieser Prolog beschreibe Jesus Christus als den eingeborenen Sohn Gottes, der als Mensch die Herrlichkeit, Gnade und Wahrheit Gottes offenbart habe. Die Gnade, so der Apostel, sei notwendig, um die durch den Sündenfall im Garten Eden verursachte Sünde zu korrigieren: „Gott sandte seinen Sohn, um das zu korrigieren“.
Die Aussage „Niemand hat Gott je gesehen“ am Ende des Prologs weise darauf hin, dass die Existenz Gottes nicht bewiesen werden kann. Der Glaube an Gott sei notwendig. Der Gläubige erkenne Gott jedoch an seinem Wort und seinen Sakramenten, spüre seine Nähe und erlebe ihn ganz bewusst in Erlebnissen: „Erlebnisse bringen uns Gott ganz nahe, wir erkennen ihn. Aber der Glaube an ihn bleibt notwendig“.
Das Wesen Gottes
„Wer mich sieht, sieht den Vater“, sagt Jesus in Johannes 14,9. Durch das Leben und die Lehre Jesu könne man Gott erkennen. In fünf zentralen Aspekten ließe sich das Wesen Gottes für den Gläubigen erfassen:
- Gott ist Liebe: Gott liebe jeden Menschen vorbehaltlos. Der Mensch mache Unterschiede durch Abgrenzung, etwa durch sozialen Status, Herkunft oder Hautfarbe.
- Gott ist Gnade: Gnade erhalte der Mensch nicht durch Verdienst. Sie sei ein Geschenk Gottes und werde denen zuteil, die sich an Gott halten.
- Gott ist vollkommen: Gott erwarte vom Menschen keine vollkommenen Werke. Es komme nicht auf die Werke an, sondern Gott schaue auf die innere Einstellung, die Herzenshaltung und die Gedanken des Menschen.
- Gott ist gerecht: Gott habe jedem Menschen Gaben gegeben, die es zu nutzen gelte. Dabei beurteile Gott nicht das Ergebnis, sondern das Bemühen jedes Einzelnen.
- Gott ist ewig: Gottes Handeln sei auf Ewigkeit ausgerichtet. Sein Fokus liege auf der Zukunft. Er will den Gläubigen alles geben, was sie dafür brauchen.
Geistestaufe und erste Priesterin im Kirchenbezirk
Bezirksvorsteher Dominik Götte erinnerte die Gottesdienstbesucher in seiner Predigt an eine Aussage Martin Luthers. Der Reformator habe den Menschen als wertvoll bezeichnet, weil Gott ihn liebe. Durch das Opfer und die Auferstehung Jesu Christi könne der Gläubige Gott auf Augenhöhe begegnen.
Freudige Momente erlebten die Eltern und Geschwister von Alina und Roman. Der Apostel spendete den beiden Kleinkindern am Altar das Sakrament der Heiligen Versiegelung. Ein weiterer Höhepunkt des Gottesdienstes war die Ordination von Diakonin Agustini Wiryanti Schneider zur Priesterin für die Gemeinde Düsseldorf-Benrath. Sie ist die erste Priesterin im Kirchenbezirk Düsseldorf. Die Geistliche war seit Mai 2023 als Diakonin in der Gemeinde Benrath tätig. Neben ihrem Amt als Priesterin ist sie als Lehrerin im kirchlichen Unterricht tätig.
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