Derendorf. Seit dem 1. Dezember erhalten Derendorfer Gemeindemitglieder täglich Lieder, Gedichte und Wortbeiträge zur Weihnachtszeit per E-Mail. Gläubige aus der Gemeinde stellten 24 Beiträge in einem virtuellen Adventskalender zusammen.
Was tun, wenn nicht gesungen werden darf, wenn keine Lieder zur Advents- und Weihnachtszeit vorgetragen werden können? Wenn Gemeindefeiern zu dieser besinnlichen Jahreszeit aufgrund der Regelungen zum Corona-Infektionsschutz dies nicht zu lassen? Wenn persönliche Begegnungen wegen der Sorge um Ansteckung seltener werden oder ganz unterbleiben?
Hörbare und klingende Kalendertürchen
Mit diesen Fragen setzten sich Mitglieder aus der Gemeinde auseinander und kamen auf die Idee, einen digitalen Adventskalender von der Gemeinde für die Gemeinde zu erstellen. Täglich vom 1. bis 24 Dezember sollte ein ganz besonderer Beitrag an die rund 70 Gemeindemitglieder per E-Mail versandt werden. Für jeden Tag ein Kalendertürchen mit Gesang, Instrumentalmusik, Gedichten und weiteren Wortbeiträgen, die selbst vorgetragen und auf einen eigenen Videokanal hochgeladen werden sollten.
„Wir wollen in dieser schwierigen Zeit einfach Freude und Nähe schaffen mit einem täglichen Gruß von einem vertrauten Menschen aus der Gemeinde“, sagt Barbara Schmidt-Simon, die zusammen mit Nicole Heidtmann-Rüssing die Organisation der Aktion übernommen hat. „Am Anfang hatten wir Zweifel, ob wir überhaupt genügend aktive Mitstreiter aus der Gemeinde finden, um 24 Beiträge zusammenstellen zu können“, ergänzt Nicole. „Wir waren froh, als sich nach einem Aufruf über eine WhatsApp-Gruppe viele Glaubensgeschwister meldeten, um mitzumachen.“
Beiträge von Jung und Alt
So entstanden im Laufe des Novembers mehr als 24 Beiträge für den Adventskalender. Darunter finden sich Chorbeiträge, die von Mitgliedern des Gemeindechores einzeln aufgenommen und als virtueller Chor in einem Video zusammengestellt wurden. Bei den Instrumentalvorträgen erklingen unter anderem Cello, Orgel, Saxofone und Querflöte. Zum Einsatz kommen auch die jüngsten und ältesten Glaubensgeschwister aus der Gemeinde: Während der Nachwuchs freudig von dicken roten Kerzen singt, trägt die Seniorin mit ruhiger und klarer Stimme eine Weihnachtsgeschichte vor.
Als besonderes Bonbon wird jeden Mittwochnachmittag zusätzlich ein Videobeitrag per E-Mail verschickt. Diakon Harald Schmidt hat vier Interviews mit Geistlichen verschiedenster christlicher Kirchen geführt. Herausgekommen sind dabei tiefgründige Gedanken aber auch humorvolle Anmerkungen zur Advents- und Weihnachtszeit. Viel Arbeit in den Adventskalender hat auch Priester Daniel Wolter gesteckt. Er hat alle 28 Beiträge final bearbeitet und auf seinen eigenen Videokanal hochgeladen. Die tägliche Verteilung der vielfältigen Einspielungen übernimmt schlussendlich der Vorsteher über seinen E-Mail-Verteiler der Gemeinde.
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